Ich glaube, ich kann die Großmut eurer Träume verstehen.
Ein paar Gedanken dazu, wenn ihr gestattet, im
Leisen Schwebezustand außerhalb der Kristallisation von Schwefel
Und erstaunt über dieses sich wach und lebendig fühlen.
Angenehmes Fließen, leicht, und ganz unvermittelt
Auf der einen Seite von einem Karneolberg und auf
Der anderen vom Meereslicht zweier Quarzmonde umgeben sein.
Und dann
Nach Jahrtausenden, den Zeiten des Anstarrens,
Des Liebkosens durch Objektive hindurch dieses
Winzigen, bezaubernden, blauen, wirbelnden Dunstschleiers,
Des geheimnisvollsten unter all den Planeten...
Er muss reizend aussehen,
Aus so großer Entfernung.
Ich frage mich, wie ihr ihn nennt.
Schaut her! Schaut her!
Stellt eure großen Objektive ein wenig schärfer ein.
Wir sitzen nicht alle träumerisch speisend über gehacktem, stark behaartem
Welpenfleisch und moo moo gai pan.
Wir treiben nicht dauernd tatenlos durch kühle Abende an
Türkis zerfransten Küstenlinien und himmelblauen
Einbuchtungen, die mit gerade der richtigen Anzahl
Findiger und hübscher schwarzer Kreaturen überhäuft sind
Die es lieben, uns zu dienen.
Nein.
Dreht eure Objektive ein wenig zur Seite,
Schaut her. Schaut her.
Wir stehen stundenlang Schlange, kauern
Allein in beißender Kälte, sehnen uns hoffnungslos nach
Jemandem, den wir anbeten können und dessen Name
Streusand ist.
Abends lächeln wir unterirdisch, lagern
Lange und ausnehmend scharfe Klingen, so dass wir damit
Einander schnell die Körper berühren können.
Wir schleichen herum, um kleine Knochen zu befingern,
Die wir Geld nennen.
Wir suchen uns unsere Kinder sorgfältig aus, um
Ihnen die Scham und die Innenarme aufzuschlitzen.
Ihr da draußen,
Ach nein, ach nein, schaut nicht her.
Sicher, ihr werdet jede Menge Zeug
Auf diesem winzigen Dunstschleier entdecken.
Aber ihr findet keinen Gott.
A.d. Amerik. übers. v. C.M.
Donnerstag, 19. März 2009
James Wright: An euch, irgendwo da draußen (Mars? Jupiter?)
Von
Christine Marendon
am
19.3.09