Freitag, 9. Oktober 2009

Zephyr


Von vorne sieht er mit der ausgewachsenen Frisur besser aus, als von hinten oder der Seite, selbst wenn das als Beobachtung unwesentlich ist und niemanden interessiert. Wer braucht schon eine Frisur. Dass er die Haare hinten länger trägt: geschenkt. Ein Bart tut es auch, Augenbrauen reichen, Hemd und Hose. Ich stehe in der zweiten Reihe, unscheinbar, bei laufender Kamera. Die Fotografin taucht vor mir ab, ich bin möglichst still, während ich höre, wer hört, wie verstanden, was gesungen wird. Das Wasser, die Wellen, das Licht, von denen der Singende spricht, packt eine wilde Kraft. Ich behalte die Ruhe. Meinen ist Fühlen, will ich meinen. Auch der oder die, die nicht groß was meinen, fühlen das eine oder andere, das Andere oder das Eine. Jemand schneit aus einem Schwarzweiß-Film herein. Ich war früher dunkler, wurde heller, dann wieder dunkler. Auf der Seite der Schwächeren wachsen mir Blumen aus dem Gesicht. Amor spielt mit einem Pfeil. Ich überspringe den Tanz und halte ein Thermometer in den Himmel. Aus verschiedensten Richtungen rüttelt der Wind. Ich war sozusagen blind. Nun bin ich gewissermaßen sehend. Der Frühling kann warten, aber er kommt, und dann bläst das himmlische Kind.