Mit Fühlern dran, ein großer Kopf
die glänzenden Facettenaugen aufgerissen
nicht zu ermessen, so unkonzentriert
Am Nicken, was das Zeug hält
hektisch mit Blick auf die Gruppe
Note, Telegramm, Depesche
Kurzes und langes Antennenkreuzen
die Betrillerung zeigt an
wer erschöpft ist, wer noch kann
Die Nase voll von den Signalkaskaden
den Pheromonen auf Ameisenstraßen
dem kollektiven Pinkeln, den Verabredungen
Ausgepumpt Kraft zu tanken
zur Produktion von Ameisensäure
die gefragt ist, als Waffe oder Hausmittel
Eine Aufgabe, die ihn von sich aus
auffängt, wenn er umfällt
gründlich zerstreut
Erschienen in "Dorf"
Fanzine mit Kunst von Patrick Farzar, Dennis Scholl, Jörn Stahlschmidt, 4000
Texte: Johannes Ottmar
Montag, 26. Januar 2009
Schlafplatz Ameisenstube
Von
Johannes Ottmar
am
26.1.09
Dienstag, 13. Januar 2009
Wichtig genug
Ins Freie gedacht, die Häuser
als ob sie heran gekarrt worden wären
gastieren in sich selbst
an aufgestelltem Ort
In der Tauwetterwüste
vor dem Solarium warten blaue Säcke
auf ihren Abtransport
Wenn es so aussieht, wenn
es dein Wille ist, wenn du willst…
Was sich ein Opportunist verspricht
Eltern und Lehrern zu widersprechen
an ihrer Stelle zu bestimmen, bewährter Trip
Oder ob man mit solchen Gewohnheiten bricht
vom Geringsten begeistert, wie damals
als das Unwichtige noch wichtig war
Damit nicht zu viel Verantwortung lastet
auf den Schultern Einzelner, der Wunsch
dass alle es anders anfassen möchten
dieses Gewicht, das sie sich verleihen
Von
Johannes Ottmar
am
13.1.09