Donnerstag, 19. März 2009

James Wright: An euch, irgendwo da draußen (Mars? Jupiter?)


Ich glaube, ich kann die Großmut eurer Träume verstehen.
Ein paar Gedanken dazu, wenn ihr gestattet, im
Leisen Schwebezustand außerhalb der Kristallisation von Schwefel
Und erstaunt über dieses sich wach und lebendig fühlen.
Angenehmes Fließen, leicht, und ganz unvermittelt
Auf der einen Seite von einem Karneolberg und auf
Der anderen vom Meereslicht zweier Quarzmonde umgeben sein.

Und dann
Nach Jahrtausenden, den Zeiten des Anstarrens,
Des Liebkosens durch Objektive hindurch dieses
Winzigen, bezaubernden, blauen, wirbelnden Dunstschleiers,
Des geheimnisvollsten unter all den Planeten...
Er muss reizend aussehen,
Aus so großer Entfernung.
Ich frage mich, wie ihr ihn nennt.

Schaut her! Schaut her!
Stellt eure großen Objektive ein wenig schärfer ein.
Wir sitzen nicht alle träumerisch speisend über gehacktem, stark behaartem
Welpenfleisch und moo moo gai pan.
Wir treiben nicht dauernd tatenlos durch kühle Abende an
Türkis zerfransten Küstenlinien und himmelblauen
Einbuchtungen, die mit gerade der richtigen Anzahl
Findiger und hübscher schwarzer Kreaturen überhäuft sind
Die es lieben, uns zu dienen.

Nein.
Dreht eure Objektive ein wenig zur Seite,
Schaut her. Schaut her.
Wir stehen stundenlang Schlange, kauern
Allein in beißender Kälte, sehnen uns hoffnungslos nach
Jemandem, den wir anbeten können und dessen Name
Streusand ist.
Abends lächeln wir unterirdisch, lagern
Lange und ausnehmend scharfe Klingen, so dass wir damit
Einander schnell die Körper berühren können.
Wir schleichen herum, um kleine Knochen zu befingern,
Die wir Geld nennen.
Wir suchen uns unsere Kinder sorgfältig aus, um
Ihnen die Scham und die Innenarme aufzuschlitzen.

Ihr da draußen,
Ach nein, ach nein, schaut nicht her.
Sicher, ihr werdet jede Menge Zeug
Auf diesem winzigen Dunstschleier entdecken.
Aber ihr findet keinen Gott.


A.d. Amerik. übers. v. C.M.

Samstag, 14. März 2009




Urban Camouflage #1

Freitag, 13. März 2009

Comic-Opera


Herumlungern, nahezu unsichtbar an Regalen entlang schlendern, in verschiedenen Fluren parallel existieren; die Flirts mit den Überwachungskameras, die Objektseite narzisstischer Persönlichkeiten in geschlossener Umgebung im Fokus von Selbstbeobachtung und Fremdwahrnehmung: derartige Dinge prägten seinen Alltag im Supermarkt. Holly machte sich zur Ware, um zu sehen, wie er ankommen würde, im Großen und Ganzen. Die Kunden griffen zu. Sie steckten ihn in die Tasche. Die Mafia zeigte sich interessiert. Offenbar gab es eine gewisse Nachfrage nach jemandem wie ihm. Zu allem Überfluss wollte er sich dann doch nicht kaufen lassen. Unverschämter ging es nicht. Es war höchste Zeit aus der Supermarkt-Phase rauszukommen. Er packte das Nötigste ein und gab die Schlüssel beim Geschäftsführer ab. Die Kassiererin filzte zum Abschied seine Tüte.

Donnerstag, 12. März 2009







Mittwoch, 11. März 2009




Montag, 9. März 2009

Hochgefühle


Amsel fährt aus der Haut, schießt um den Weg

Krähen wirken aufgebracht, von Dach zu Dach

Fruchtfliege, aus einem Apfel geboren, auf dem Tisch