Mittwoch, 12. Mai 2010

Little ship on the sea of dreams




James Wright: Gesegnet



Am Rand der Landstraße nach Rochester, Minnesota,
sinkt die Dämmerung leise auf das Gras.
Und die Augen der beiden indianischen Ponies
überschattet die Sanftmut.
Sie sind freudig zwischen den Weiden hervor gekommen
um meinen Freund und mich zu begrüßen.
Wir klettern über den Stacheldraht auf die Koppel
wo sie den ganzen Tag lang gegrast haben, ganz allein.
Sie zittern vor Anspannung, können ihr Glück kaum verbergen
über unser Kommen.
Sie neigen sich scheu, wie nasse Schwäne. Sie lieben einander.
Keine Einsamkeit gleicht der ihren.
Wieder bei sich, beginnen sie, im Dunkeln
an den frischen Frühlingsgräsern zu knabbern.
Ich möchte das schmächtigere von beiden umarmen,
denn es ist zu mir gekommen
und liebkost meine linke Hand.
Es ist schwarz und weiß,
die Mähne fällt ihm wild über die Stirn
und in der leichten Brise streichle ich sein langes Ohr,
das zart ist wie die Haut am Handgelenk eines Mädchens.
Auf einmal wird mir bewusst,
dass wenn ich aus meinem Körper herausträte,
ich eindränge in das Wesen einer Blüte.


A.d. Amerik. übers. v. C.M.

*

Reading and Analysis of A Blessing


Montag, 3. Mai 2010

Danksagung


Für alles, was es noch zu lernen gibt, jeden neuen Tag. Nur gut, dass ich denken kann. Damit ist es nicht getan. Danke für die Verantwortung, was die Sprache macht, was sie nicht halten kann und doch verspricht. Danke, dass es Missverständnisse gibt und Verstehen aus Versehen auch passiert. Nachlassender Schwung fängt sich nach einem Tiefpunkt wieder. Schön, dass es weiter geht. Das klingt je nachdem, mit Ausrufezeichen an den Enden, begleitet von der Stummheit der Intuition.