Grauer Stein ohne Wald.
Der Gärtner darf darin
nicht graben.
Grauer Stein: ein Bild von uns.
Du schläfst schlecht, spürst
das Wachsein, das Schlafen
in den Augen anderer.
Ich glaube schon, dass es
dieses Tier, das wir gewusst
nicht ruhen lässt.
Werde ich mich entwirren?
Dass ich gerade das nicht weiß
in Zusammenhang mit mir
das ist komisch und schön.
Erinnerst du dich?
Erinnere mich gut, oh ja:
Das Amazonasgebiet
aus den Augen verlieren
sähe nach Tränen aus.
Sonntag, 31. Oktober 2010
*
Von
Christine Marendon
am
31.10.10
Sonntag, 17. Oktober 2010
Champignons. Ein Gedicht von Jan Wagner, gelesen und besprochen von Rüdiger Käßner.
Von
Christine Marendon
am
17.10.10
Sonntag, 10. Oktober 2010
Samstag, 9. Oktober 2010
Atemzug
Entlang den Zäunen wächst Gras. Mein Liebstes
geht über die Hügel, mein Licht wächst im Baum
so hell, dass jeder Vogel Komet ist. Wind weht
und streicht die Häuser blau. Mein Liebstes ist eine
verlorene Feder, ein abgebrochener Stern, es
ist die nächste Haltestelle und von allen Zügen
der Langsamste. Von Halt zu Halt ziehe ich
Stöcke aus den Händen der Schrankenwärter, als
wäre mein Weg eine Straße von brennenden Gleisen.
Von
Christine Marendon
am
9.10.10
Sonntag, 3. Oktober 2010
Performance
Sie bückte sich, um etwas von der Straße aufzuheben. Mit einem Arm stützte sie sich am Griff ihres Gehwagens ab. Das sah riskant aus. Ich hätte aus einiger Entfernung rufen können: "Warten Sie, ich komme, einen Moment!" - und sie vielleicht doch nur erschreckt. Schneller als gedacht hatte sie sich wieder aufgerichtet. Staunend stand ich neben ihr. Der Wert der Sache, um die sie sich bemüht hatte, leuchtete mir nicht ein. Erst, als sie den gebrauchten Arbeitshandschuh auf einen hölzernen Zaunpfahl stülpte, mit zitternden Knien, glücklich über das gelungene Arrangement, dämmerte es mir. Es machte Sinn. Eine Hand voll leerer Finger grüßte am Wegesrand. Die alte Dame sagte: "Der lag da nur so rum". Sie hatte mich überzeugt. Ich wünschte einen schönen Tag. Es war nun gut.
Von
Johannes Ottmar
am
3.10.10
Samstag, 2. Oktober 2010
James Wright: Schafe im Regen
In Burgund, nahe bei Auxerre
und den Flußweg hinunter nach Avallon
ist das Gras übersät mit Schafen
die erst vor wenigen Tagen geschoren wurden.
Ihre plumpen Körper leuchten
in der feuchten Juniluft.
Schafe grasen alles ab
bis sie auf die Wurzel stoßen.
Vielleicht ist dies der Grund dafür
dass diese Regenforscher
so entspannt aussehen bei ihrem Tun.
Jemand hat sie für ein Weilchen
auf den Feldern frei gelassen und sie nutzen das aus
so lange sie können.
Burgundische Bauern werden kommen
eines frühen Morgens
und fette Schafe in einem Rund
nasser Felsen zusammentreiben.
Dann wird ein Junge allein zurückkehren in das Gras
und sich um das Gras kümmern.
Die Bauern sind gut zum Gras.
Das müssen sie auch sein.
*
A.d. Amerik. übers. v. C.M.
Von
Christine Marendon
am
2.10.10


